Schulchronik Berufliche Schule für Sozialwesen Rathenow
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Berufliche Schule für Sozialwesen

Chronik - Wir sind volljährig(mit 21 Jahren)

Die wichtigsten Entwicklungsabschnitte der Berufliche Schule für Sozialwesen „Sophie Scholl“, anerkannte Ersatzschule, Fachschule u. Berufsfachschule

Geschichte

Alles begann imFrühjahr 1993, als der Landesgeschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt, Herr Bünning,  beschloss, eine Fachschule im Land Brandenburg zu gründen. Als Standort der neu zu gründenden Schule wurde Glöwen bestimmt, und ein ehemaliges NVA-Objekt wurde zum neuen Schulgebäude. Das Niveau der Räumlichkeiten sowie der sanitären Anlagen war auch für spartanische Begriffe eher katastrophal.  Aber viele Helfer bereiteten den Einzug vor – der künftige Schulleiter, Dr. Finzel, Bürgermeister Heering, der Haustechniker Springler und die Sekretärin, Frau Riegner.

Schulgebäude StraßenansichtAm 18. Oktober 1993 war es dann soweit. In einem Klassenraum wurden 22 Fachschüler aus den AWO-Einrichtungen des Landes Brandenburg berufsbegleitend in der Ausbildungsrichtung Heilerziehungspflege unterrichtet. Die Ausbildung fand in Wochenkursen statt, und die Teilnehmer waren im Internat untergebracht.
Die Heilerziehungspflege stellte in den neuen Bundesländern ein bisher nicht bekanntes Berufsbild dar, und die neue Fachschule war die erste im Land Brandenburg.
Bald wurden die Räume in Glöwen durch einen Umzug nach Rathenow aufgegeben.

1. Umzug

Im Februar 1995 zog die Fachschule in die beiden oberen Etagen der heutigen Volkshochschule und Musikschule in der Bammer Landstraße 10 um.
Insgesamt 80 Schüler lernten jetzt in der Fachschule für Heilerziehungspflege, Familienpflege und Fachpädagogik. Die beiden Jahrgänge Familienpflege waren nur von kurzer Dauer, da im Land Brandenburg kein Bedarf an dieser Ausbildungsrichtung bestand.
Mit dem Umzug nach Rathenow wechselte die Schulleitung erst zu Frau Hannelore Knoblich und dann zu Frau Deckert als kommissarischer Schulleiterin.

Ausbildung von Sozialassistenten

1996 und 1997 fand ein Trägerwechsel zum AWO Kreisverband Rathenow e.V. unter dem Namen Fachschule für Heilerziehungspflege und Familienpflege bzw. zum AWO Kreisverband Havelland e.V. statt.
Mit Beginn des Schuljahres 1997 übernahm Herr Dr. Neffe die Leitung der Schule. In seiner Amtszeit wurde die Schule 1998 zur Beruflichen Schule mit Berufsfachschul- und Fachschulanteil durch die Einführung der Erstausbildungsrichtung Sozialpflegeassistenz. Schon damals begann sich eine gute Tradition an unserer Schule abzuzeichnen, indem die Sozialpflegeassistenten nach erfolgreicher Ausbildung weitere drei Jahre  Fachschulausbildung bei uns absolvierten und somit fünf Jahre an unserer Bildungseinrichtung verbrachten.

ABM

Die enge Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt begann gleich mit Gründung der Schule, und bis zumJahre 2003 befanden sich viele Umschülerinnen und Umschüler in der Ausbildung zur Heilerziehungspflege. Zeitweise setzten sich die Klassen zu fast 50 Prozent aus Umschülerinnen und Umschülern zusammen, was eine positive Lernatmosphäre zur Folge hatte, da sich Jung und etwas Reifer vorteilhaft ergänzten. Ab 2003 wurden die Umschulungen eingestellt.

Frau Müller übernimmt Schulleitung

Durch die Erkrankung Dr. Neffes übernahm Frau Kerstin Müller2002 kommissarisch die Schulleitung und seit dem 1. August 2003 steht sie hauptamtlich unserer Beruflichen Schule und Fachschule vor.

Anerkennung als Ersatzschule

ImJahr 2000 erhält die bislang genehmigte Ersatzschule den Status der anerkannten Ersatzschule.
2003 wird die Berufsfachschulausbildung „Sozialpflegeassistenz“ in „Sozialassistenz“ umbenannt, der Pflegeanteil in dieser Erstausbildung fiel aber nur in der neuen Berufsbezeichnung weg, die Pflegeausbildung blieb erhalten.
Im selben Jahr wurde auch der Patenschaftsvertrag mit der KITA „Jenny Marx“ unterzeichnet, der jedoch mit dem Umzug der Schule nach Premnitz aufgelöst wurde.
 

10-jähriges Jubiläum

Unser10-jähriges Schuljubiläum im Oktober 2003 begingen wir mit einer Festwoche und einem Schulball als Abschluss und Höhepunkt der festlichen Veranstaltungen in der Musikbrauerei in Rathenow.
Ein Jahr nach erfolgreicher Absolvierung unserer ersten Schuldekade  nahmen wir die Fachrichtung Sozialpädagogik in unser Fachschulausbildungsprogramm auf, das heißt wir begannen mit der Ausbildung zum/zur staatlich anerkannten Erzieher/in, da der Bedarf auf diesem Arbeitsgebiet rasant stieg. Mit Einführung dieser Ausbildungsrichtung erfolgte die Umstellung aller Curricula auf Lernfelder. In der Anfangsphase fühlten wir uns – gemeinsam mit unseren Schülerinnen und Schülern – wie im Feldversuch, aber die Teststrecke im Windkanal wurde dann doch im Laufe der Zeit zu einem Erfolg.

Kooperationsvertrag über Praktika hinaus

ImJahre 2005 erfolgte ein abermaliger Trägerwechsel zur AWO OberHavelland g GmbH und 2007 unterzeichnete unsere Schule einen Kooperationsvertrag mit der Schule „Spektrum“, einer Schule mit dem Sonderschwerpunkt geistige Entwicklung. Die Zusammenarbeit mit dieser Schule hat sich als sehr fruchtbar erwiesen,  sie ist von gegenseitiger Wertschätzung und viel Respekt für die Arbeit des jeweils anderen geprägt.

2. Umzug

Seitenansicht der SchuleAufgrund  von Eigenbedarfsansprüchen des Landkreises Havelland wurden uns die Räume der Schule in der Bammer Landstraße 2007 gekündigt, und wir mussten uns nach einer neuen Bildungseinrichtung umsehen. Die Suche gestaltete sich ziemlich schwierig, da die inspizierten Gebäude entweder zu groß, zu klein, zu verbaut, zu heruntergekommen, zu teuer … waren.

ImNovember 2007 bot der Bürgermeister der Stadt Premnitz, Herr Roy Wallenta, die ehemalige Grundschule „Geschwister Scholl“ als Mietobjekt an.
Eine erste Begehung durch die Schulleitung und den Geschäftsführer der AWO ließ Visionen entstehen. Das denkmalgeschützte Gebäude war Liebe auf den ersten Blick, jedoch mussten umfangreiche Instandsetzungsarbeiten durchgeführt werden, neue Vorschriften berücksichtigt und der Denkmalschutz eingehalten werden. Aber wir hatten eine eigene Turnhalle in Aussicht, einen großen Schulhof, etliche Nebengebäude und einfach eine „richtige“ eigene Schule.

Nach der Einigung über die Renovierungskosten und die Nutzung der Räumlichkeiten unterschrieben wir imDezember 2007 den Mietvertrag.
Die Renovierung begann unter der Leitung von Herrn Ralf Schröder, dem Geschäftsführer der AWO g GmbH, und Herrn Jörg Brandstäter als Bauleiter in enger Zusammenarbeit mit Frau Kapitza als Verantwortlicher für die Stadt Premnitz.

ZumSchuljahresende 2008 erforschten unsere Schülerinnen und Schüler ihre neue „Heimat“ und entschieden sich spontan zu einem Arbeitseinsatz in dem neuen  Schulgebäude und auf dem großen Gelände, da einige Jahre der intensiven Pflege fehlten. Ohne große Probleme nahm unsere Schülerschaft und nahmen auch wir Lehrer den neuen Standort in Besitz und anfängliche Befürchtungen, dass es in Premnitz ungünstiger sein könnte, zerschlugen sich schnell. Im Oktober 2008 erfolgte dann die feierliche Einweihung.
Im selben Jahr unterzeichnete unsere Schule einen Kooperationsvertrag mit der Kleinen Grundschule Hohennauen, mit der uns seitdem eine rege Zusammenarbeit bei Arbeitsgemeinschaften, der Gestaltung von Festen und der praktischen Ausbildung unserer Schülerinnen und Schüler verbindet.

AGs in Praxiseinrichtungen

Seit2009 führen die Fachschülerinnen und Fachschüler des letzten Ausbildungsjahres in Vorbereitung auf ihre praktische Abschlussprüfung (das so genannte „Geeignete Verfahren“) in verschiedenen Kinder- und Jugendeinrichtungen sowie in Einrichtungen für Menschen mit Förderbedarf einmal wöchentlich Arbeitsgemeinschaften durch, die zu einem festen Bestandteil im schulischen und sozialen Miteinander geworden sind.

Schule wird Biberburg

Zu einer der zahlreichen „Biberburgen“ im Landkreis wurden wir2011, einer Einrichtung, die Kindern in Not hilft. Zur Verleihung dieses Ehrentitels wurde ein Bilderbuch gestaltet, ein Lied eingeübt und zum Tag der offenen Tür eine „Biberbar“ aufgebaut.

Zwei weitere Trägerwechsel erfolgten2011 zum AWO Kreisverband Havelland e.V. und 2013 zum AWO Bezirksverband Potsdam e. V.

Flutkatastrophe - wir halfen

Da wir uns der besonderen Verpflichtung zur Umsetzung der Leitgedanken der Arbeiterwohlfahrt bewusst sind, konnte die tatkräftige Unterstützung bei der Flutkatastrophe imSommer 2013, die große Landesteile im Havelland und in Sachsen-Anhalt heimsuchte, nur eine logische Schlussfolgerung sein. Tagelang schaufelten unsere Schülerinnen und Schüler Sand in Säcke und halfen bei der Eindämmung der Wassermassen, die Tausende von Menschen um ihr Hab und Gut brachten. Über 80 Prozent unserer Schülerschaft ergriffen spontan die Initiative und halfen vor Ort, wo sie gebraucht wurden.

Zum Schluss sollen die zahlreichen Aktivitäten nicht unerwähnt bleiben, mit der wir Kinderfeste zum Internationalen Kindertag in Premnitz unterstützten, die jährlich stattfindenden Familienfeste des Bündnisses für Familien in Rathenow mitgestalteten, die Workshops für Jugendliche in der Berufsfindungsphase der Dunckeroberschule durchführten und die regelmäßige Zusammenarbeit mit der Oberschule Premnitz, der Kindersozialstation KISY mit dem „Ketchup Club“  sowie den örtlichen Kindertagesstätten  zu kleineren und größeren Anlässen meisterten.

Die Weihnachtsfeiern mit einem jeweils eigens für diesen Anlass einstudierten Weihnachtsmärchen sind bei den Kindern in unserer Umgebung schon zu einer schönen Tradition geworden, und die Frühlingsfeste und Faschingsfeiern in ihren Einrichtungen eine feste Größe im jährlichen Veranstaltungskalender.

Auch die Herzsportgruppe Rathenow wird bei besonderen Anlässen unterstützt, und die alljährlich stattfindende Weihnachtsfeier in unseren Räumen ist die jeweilige Bewährungsprobe für die Schülerinnen und Schüler des ersten Ausbildungsjahres zur Sozialassistenz.

Wie viel Aufmerksamkeit unsere Bildungseinrichtung auch in der Presse erfährt, kann an den zahlreichen Beiträgen in den Regionalzeitungen abgelesen werden. Kein Tag der offenen Tür, kein Weihnachtsmärchen, keine Zeugnisübergabe und keine besonderen Aktivitäten innerhalb und außerhalb unseres Schulgeländes vergehen ohne einen Bild- und/oder Wortbeitrag durch die „schreibende Zunft“.

Unsere kleine Chronik ist der beste Beweis dafür!

Noch mehr gute Ideen

Als 21-Jährige fühlen wir uns jung und voller Tatendrang, aber auch reif für unser Alter und vielleicht schon ein bisschen weise – so zumindest sehen wir uns als Bildungseinrichtung. Denn wie lautet der Beschluss? „Dass der Mensch was lernen muss!“ Das wollen die Chronisten der ersten beiden Dekaden auch für die nächsten Jahre durchsetzen!

Berufliche Schule für Sozialwesen „Sophie Scholl"
der Arbeiterwohlfahrt Bezirksverband Potsdam e.V.
anerkannte Ersatzschule Fachschule und Berufsfachschule

Alte Hauptstraße 24 • 14727 Premnitz

Tel.: (03386)2125480 • Fax.: (03386)21254813
E-Mail: beruflicheschule-hvl@awo-potsdam.de

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